Europaforum Burgenland verleiht EUROPAN an EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn >
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09.01.2013 16:21 Alter: 4 yrs

Keine Garantie für Wohlstand in Mitteleuropa

Sicherheit ist nicht alles – Ohne Sicherheit ist alles nichts


LR Andreas Liegenfeld, LAbg. KO-Stv. Andrea Gottweis, Obmann KO Ing. Rudolf Strommer, Botschaftsrat Gesandter Dr. Valentin Valev (Bulgarische Botschaft), GenLt. Mag. Christian Segur-Cabanac, Ressortleiter Mag. Chrisitan Ultsch (Die Presse), Univ. Doz. Dr. Paul Luif, Vorst.Dir. Dr. Günther Ofner, Botschafter Gordan Bakota (Kroatien), 2. LTPräs. Bgm. Kurt Lentsch

Wie sicher leben wir in Mitteleuropa? Der Kalte Krieg und der Eiserne Vorhang gehören der Geschichte an? Wer oder was bedroht uns? Wer kann uns in welcher Form schützen? – Diese Fragen wurden gestern im Weinwerk Burgenland in Neusiedl/See diskutiert. Das Europaforum Burgenland konnte hochkarätige Experten gewinnen, die diese Fragen aus der Sicht ihres Fachgebiets beleuchteten. Einigkeit herrschte vor allem darüber: Es ist eine Illusion zu glauben, Österreich hätte weder Krieg noch Terror noch sonstige Bedrohungsszenarien zu fürchten. Die Kriege der Zukunft werden Kriege um Rohstoffe und fruchtbaren Lebensraum sein, Ideologien können Gewalt schüren, Wohlstand hängt eng mit sozialem Frieden, innerer Sicherheit und Vernetzung internationaler Sicherheitsstrukturen zusammen. Ob Wehrpflicht oder Berufsarmee – vor diesen Herausforderungen steht Österreich in jedem Fall.

Unter der Moderation des Ressortleiters für Außenpolitik der Tageszeitung „Die Presse“, Mag. Christian Ultsch, diskutierten: Generalleutnant Mag. Christian Segur-Cabanac, einer der erfahrensten und hochrangigsten Offiziere des Öst. Bundesheers, Dr. Günther Ofner, Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG, Mitglied der Bundesheer-Reformkommission und mit reicher beruflicher Erfahrung in Süd-Osteuropa, sowie Univ.Doz. Dr. Paul Luif, Experte für Europäische Sicherheitspolitik am Österreichischen Institut für internationale Politik.

Einigkeit herrschte bei den Gästen auch über die Notwendigkeit, das Heer mit ausreichenden Budgetmitteln zu dotieren, militärische Landesverteidigung dadurch wieder ernster zu nehmen und eine breite Solidarität in der Bevölkerung zu erreichen. In der EU leben wir zwar nunmehr in der dritten Generation frei von Kriegen, eine direkte bewaffnete Auseinandersetzung mit unseren Nachbarn ist in absehbarer Zeit mehr als unwahrscheinlich - dennoch ist es naiv und unverantwortlich zu glauben, Österreich brauche keine gut ausgestattete Armee mit modernem Gerät und ausreichender Anzahl an Soldaten. Eine Berufsarmee könnte dieser Aufgabe nicht nachkommen, weil sie zu teuer wäre und schon jetzt ein Mangel an Berufssoldaten herrscht, so die Experten.

Keine Verstaatlichung der Solidarität!

Das Podium kam damit auch auf die anstehende Volksbefragung zur Wehrpflicht zu sprechen: „Eine Berufsarmee macht nur mit einer gleichzeitigen NATO-Mitgliedschaft Sinn. Dabei würde aber ein wesentlicher Aspekt wegfallen, nämlich der der Solidarität mit und für den Staat, der mir Schutz und Wohlfahrt garantiert“, so Europaforum-Obmann KO Ing. Rudolf Strommer. „Ein Vollkasko-Staat, von dem ich als Bürger nur verlange, nicht aber bereit bin mich selbst einzubringen, wäre das Ende des Ehrenamtes und damit der Solidarität und des sozialen Friedens in Österreich. Die Abschaffung der Wehrpflicht wäre ein Schritt in diese Richtung“, fasst Strommer zusammen.